Der Rudo-Spemann-Preis wird alle zwei Jahre von dem Klingspor-Museum in Offenbach am Main innerhalb eines studentischen Wettbewerbs vergeben. Mit dem Preis erinnert das Museum an den Schriftkünstler Rudo Spemann (1905-1947).

Der kalligraphische Entwurf ist das Ergebnis eines Experiments, das aus einer Improvisation zwischen bewusstem und unbewusstem Schreiben entstanden ist. Geschrieben habe ich mit links unter Verwendung von Filzstiften als Schreibgerät und verschiedenen Papiersorten als Material. Unterschiedliche Gestimmtheiten (Anspannung, Gelöstheit, Widerstand) und differenzierte Geschwindigkeiten (schnell, langsam, abrupt) haben den Schreibprozess beeinflusst. Dabei wurden grafische und sprachliche Elemente untrennbar miteinander verbunden. Schriftzeichen lösen sich in Liniengebilde auf. Das Blatt wird zu einem Spielfeld zwischen Schrift und Figur und der Linie selbst, die sich in Stärke und Dynamik ständig ändert. Ob der Text lesbar wird oder ob die expressive Linie bildlich zu entschlüsseln ist, spielt dabei keine Rolle. Die kalligraphischen Aufzeichnungen sind Spuren von bewussten und unbewussten Denk- und Bewegungsabläufen, die eine grafische Atmosphäre erzeugen.

12 Blätter | 200 x 300 mm | Filzstift
Text: Johann Wolfgang Goethe, Faust I
Entstanden: 2011

Die Arbeit ist einsehbar in der Bibliothek:
Klingspor-Museum Offenbach